Crash Bandicoot N.Sane Trilogy Review

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Was war das für ein Jubel, als Shawn Layden 2016 auf der E3 verkündete, dass Crash Bandicoot mit der Neuauflage der drei Originaltitel in der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy sein Comeback feiern würde. Dieses Comeback war aufgrund der derzeitigen Remaster Politik von Sony nur eine Frage der Zeit, schließlich war Crash einer DER Playstation Ikonen der späten 90er Jahre. Trotzdem lag es an Activision Blizzard, die mittlerweile die Rechte am Crash Bandicoot Franchise besitzen, dieses Comeback in die Tat umzusetzen, was sich aufgrund der Verkaufszahlen als gute Entscheidung herausstellen sollte. Warum das so ist, erfahrt ihr in der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy Review.

Eine ganz schön harte Wumpa Frucht

Pill Collision

Bildquelle: SmashHouseOok (imgur)

Das Genre der Jump ’n‘ Run Spiele lebt von der Schwierigkeit. Das Gameplay eines jeden solchen Titels basiert auf der Koordination von Laufen und Springen, deshalb müssen harte Sprungpassagen, wo es auf jeden Zentimeter ankommt, und gut platzierte Hindernisse z.B. in Form von Gegnern her. Ist das Spiel zu einfach, wird es schnell langweilig, denn mal ehrlich, wer will schon stundenlang einfach geradeaus laufen und nur ein paar Hopser machen, um dann das Spiel schnell wieder in den Schrank zu stellen? Hier hat Vicarious Visions, welche für die Entwicklung des Spiels ins Boot geholt wurden, gute Arbeit geleistet, naja vielleicht nicht alleine, denn schließlich stammen die Originalspiele ja noch von Sony-Tochter Naughty Dog. Doch handelt es sich bei der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy nicht bloß um ein „normales“ Remaster, wo lediglich die Grafik an die heutigen Standards angepasst wurde, sondern um ein Spiel, welches nahezu komplett neu programmiert und noch um weitere Funktionen erweitert wurde. Das hat auch zu neuen Techniken geführt, die das Spiel schwieriger gemacht haben (Crash fällt schneller und kann von Kanten rutschen – siehe Video und Bild), was mich persönlich gefreut und gleichzeitig herausgefordert hat. So gibt es insbesondere im ersten Titel einige Levels, die zu richtig harten Nüssen geworden sind. Das Spiel war im Originalzustand schon knackig und könnte jetzt bei dem ein oder anderen zu Frustmomenten führen, besonders dann, wenn auch die Platin Trophäe in die virtuelle Profil-Vitrine gestellt werden soll (Stichwort: Time Trials oder von mir auch gerne Relic Runs genannt). Cortex Strikes Back und Warped fallen dagegen etwas leichter aus, weshalb ich empfehlen würde, erst diese beiden Titel zu spielen, bevor ihr euch die richtige Herausforderung beim ersten Ableger sucht.

Was gibt es da groß zu erzählen?

Storytechnisch habt ihr durch das Vorziehen von Teil 2 und 3 keinen Nachteil, denn wer Crash Bandicoot schonmal gespielt hat weiß, dass Crash kein Beuteldachs der großen Worte ist, das braucht er auch eigentlich gar nicht zu sein, denn das Spiel funktioniert auch wunderbar ohne große Story. Kurz zusammengefasst schlüpft ihr in die Rolle von Crash Bandicoot, einem fehlgeschlagenen Experiment des verrückten Dr. Neo Cortex, der, wie so einige andere seiner Bösewicht-Kollegen, die Weltherrschaft übernehmen will und nun von euch gestoppt werden muss. DAS war es auch schon. So springt ihr als Crash von Level zu Level und sammelt (zumindest in den beiden Fortsetzungen) Kristalle oder vermöbelt Cortex‘ Handlanger, um euer Ziel zu erreichen. Ab und an gibt es mal eine kurze, ich nenn‘ es mal Zwischensequenz, wo Cortex oder Crash’s Schwester Coco zu Wort kommen und uns zumindest etwas Story vermitteln.

Problemkind Steuerung

Kommen wir nun zu meinem persönlich größten Kritikpunkt, der Steuerung. Wo man bei der PS One noch mit Steuerkreuz auskommen musste, lässt sich Crash nun auch mit dem Analogstick bewegen. Das hört sich erstmal positiv an, ist es eigentlich auch, jedoch macht die Steuerung manchmal nicht das, was sie soll. Woran liegt das? Der Stick besitzt, wie bei vielen anderen Spielen auch, eine „tote Zone“, das bedeutet, der Stick reagiert erst ab einem gewissen Punkt und dieser fällt bei der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy sehr spät aus. Bei einigen Spielen lässt sich diese tote Zone in den Optionen nach den persönlichen Vorlieben justieren, diese Option bleibt bei dem vorliegenden Remaster jedoch leider aus. Daraus resultiert ein kleiner Input Lag, sodass Eingaben etwas verspätet angenommen werden, was kleine präzise Bewegungen dadurch unnötig erschwert. Vor allem bei Levels, wo man sich von links nach rechts bewegt, macht sich die Steuerung für meinen Geschmack sehr schlecht. Da diese Sidescroll Levels eine Bewegung in die Tiefe erlauben (vorne und hinten), kann es bei der Nutzung des Sticks schnell passieren, dass man sich in der Tiefe bewegt hat und so an einer Plattform vorbei springt, obwohl man nur nach links oder rechts laufen wollte. Dies ließ sich bei einer Nutzung des Steuerkreuzes besser kontrollieren. Pluspunkt an dieser Stelle: Man kann Crash auch klassisch mit dem Steuerkreuz bewegen, sodass solche Passagen in der gewohnten Form durchlaufen werden können. Mit der Zeit gewöhnt man sich an diese kleinen Defizite, sorgen an der ein oder anderen Stelle aber auch mal für einen kleinen Dämpfer.

Pixelbrei Ade

Sinn eines Remasters ist es, ein altes Spiel, hauptsächlich grafisch, für die jeweils aktuelle Zeit aufzubereiten. Das ist den Entwicklern der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy rundum gelungen. Der ursprüngliche Pixelbrei, wo man sich manchmal gefragt hat, was das eigentlich für Symbole an den Wänden sein sollen, ist dahin und Crash sah noch nie so gut aus wie heute. Wo in der Originalfassung Tempelanlagen noch in kompletter Dunkelheit verhüllt waren, wird in der Neuauflage mit passenden Effekten Licht ins dunkel gebracht. So erstrahlen die Tempelanlagen in einem ganz neuen Gewand und man sieht endlich etwas von seiner Umgebung. Die Grafik ist für einen solchen Titel angemessen aber nichts, was mit Vorzeigegames à la Uncharted oder The Witcher 3 mithalten kann.

crash bandicoot tempel vorhercrash bandicoot tempel nachher

„The Sounds“

Dies ist der erste Schriftzug, den man im ersten Trailer zur Crash Bandicoot N.Sane Trilogy lesen kann und das zurecht. Die Musik – allen voran die Titelmelodie – bleibt sofort im Kopf (wenn sie nicht von früher noch hängen geblieben ist) und hört sich nun dank neuer Vertonung noch besser an. Die Umgebungsgeräusche/Levelmusik ist passend und haucht den meisten Kulissen Leben ein. Auch die neuen Synchronsprecher wirken authentisch und unterstreichen die großteils verrückten Persönlichkeiten der einzelnen Charaktere (auch wenn ich die alten Synchronsprecher vermissen werde). Zusammengefasst habe ich hier nichts auszusetzen.

Das ist drin

Zum Abschluss will ich noch auf den Inhalt der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy eingehen. Wie der Name schon verlauten lässt, sind in der Collection die ersten drei Crash Bandicoot Titel in vollem Umfang enthalten. Da es keinen einstellbaren Schwierigkeitsgrad gibt, werdet ihr je nach Können unterschiedlich lange brauchen, trotzdem werdet ihr einige Stunden in diese Trilogie investieren, bevor ihr durch seid, besonders dann, wenn ihr alle Trophäen ergattern wollt. Als Extras gibt es unter anderem eine Online Bestenliste für die Time Trials (Relic Runs), wo ihr euch mit anderen Spielern und Freunden um die Bestzeit prügeln könnt. Des Weiteren habt ihr nun auch in Crash Bandicoot und Cortex Strikes Back die Möglichkeit mit Coco durch die Levels zu streifen. Dies war ursprünglich erst im dritten Teil Warped möglich. Außerdem hat Activision vor kurzem einen Extra Level als DLC veröffentlicht – Stormy Ascent. Dieser Level hat es damals nicht ins erste Spiel geschafft, da dieser von Naughty Dog als zu schwierig eingestuft wurde. Nun habt ihr bis zum 19. August Zeit, euch diesen Level kostenfrei herunterzuladen. Darüber hinaus wird der DLC 2,99 € kosten (was sich für mich – zumindest zum aktuellen Zeitpunkt – teuer anhört). Ob dieser Level tatsächlich so schwierig ist und etwas taugt, werde ich in einem weiteren Blogpost unter die Lupe nehmen (Update: Stormy Ascent – Der Crash Bandicoot N.Sane Trilogy DLC).

Zusammenfassung
Die Crash Bandicoot N.Sane Trilogy macht eine gute Figur, die Grafik ist angemessen und der Sound geht direkt ins Ohr. Gameplaytechnisch funktioniert das Spiel, dank nun etwas höherem Schwierigkeitsgrad, auch nach 20 Jahren noch. Dies könnte für einige Spieler jedoch zu schwer und frustrierend sein. Einzig die Steuerung ist verbesserungswürdig und sorgt hier und da für einige Frustmomente. Das Spiel besitzt keine wirklich tiefgreifende Story, kommt aber auch ohne eine solche aus. Für anfangs 39,99€ erhält man hier eine schöne Collection von drei PSOne Klassikern, die um ein paar Funktionen erweitert wurde und auch heute noch Spaß macht.
Positiv
  • Drei Crash Bandicoot Klassiker
  • Schöne Grafik
  • Gute Sounds
  • Passende Synchronsprecher
  • Hoher Schwierigkeitsgrad
Negativ
  • Keine tiefgreifende Story
  • Steuerung teils etwas unpräzise
  • Hoher Schwierigkeitsgrad
  • Lange Ladezeiten
8.4
Great
Grafik - 8
Sound - 10
Gameplay - 9
Steuerung - 6
Umfang - 9

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